Ratgeber Chinchillas

Anschaffung & Ausstattung

Chinchillas sind aktive und bewegungsfreudige Nager – und wirklich tolle Heimtiere. Wer sich über die Natur und das Wesen der Tiere informiert, kann Chinchillas optimale Lebensbedingungen bieten: mit dem richtigen Nagerheim, artgerechter Ernährung und ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten. Vor der Anschaffung sollte man daher einige Vorbereitungen treffen.

Checkliste für die Erstausstattung

  • Ausreichend großes Chinchillaheim
  • Standsicherer, abwaschbarer Futternapf
  • Heuraufe für die tägliche Heuration
  • Tränke mit frischem Wasser oder Vitakraft Nager-Trank
  • Schlafhäuschen zum Schlafen und Ausruhen
  • Dicke Naturäste, Sitzbretter in verschiedenen Höhen und Leitern zum Klettern
  • Zum Spielen und für die wichtige Beschäftigung: Pappröhren, Holzwippen usw.
  • Nagerstein für die lebenswichtige Mineralienversorgung, z.B. VITA Fit® Mineralstein
  • Polstermaterial, beispielsweise Heu aus dem VitaVerde® Programm oder Stoffreste
  • Weiche, saugfähige Einstreu, z. B. Kleintier-Streu aus Holzspäne oder Farmer´s Strohstreu aus pelletiertem Stroh 
  • Hauptfutter, z.B. Vita Fit® Vitamin Pellets
  • Vitakraft Kräcker® zur Beschäftigung und Zahnabnutzung

Tipps für den Kauf von Chinchillas

Chinchillas kann man in der Zoofachhandlung oder direkt beim Züchter kaufen. Auch im Tierheim warten manchmal Chinchillas auf ein neues Zuhause. Beim Kauf sollte das Chinchilla mindestens acht Wochen alt sein. Die beste Zeit zum Aussuchen ist übrigens der späte Nachmittag: Denn dann sind die dämmerungsaktiven Nager ausgeschlafen.

Ein gesundes Chinchilla erkennt man an:

  • seinem lebhaften Verhalten (bei entsprechender Tageszeit)
  • einem gleichmäßig dichten Fell, das keine kahlen Stellen aufweist
  • einer trockenen und sauberen Nase
  • den klaren, glänzenden Augen
  • glatten Ohrrändern ohne Schuppen oder Krusten
  • gesunden Nagezähnen: gelb-orange gefärbt und parallel zueinander stehend
  • einem sauberen After und oval geformtem, festem Kot

Haltung & Pflege

Chinchillas brauchen ein geräumiges Heim, in dem sie auch springen können. Daneben sollte regelmäßig – am besten täglich – Freilauf angeboten werden, um dem großen Bewegungsdrang der Tiere gerecht zu werden. Aber Achtung: Dem starken Nagebedürfnis können auch schon einmal Möbel zum Opfer fallen, daher ist Aufsicht beim Freilauf wichtig.

Körperpflege und Gesundheitsvorsorge

Chinchillas sind sehr saubere Tiere mit geringem Eigengeruch. Direkte Unterstützung bei der Körperpflege brauchen sie nicht – ein paar Dinge sollte man jedoch wissen und beachten:

Fell 

In ihrem natürlichen Lebensraum pflegen, reinigen und entfetten Chinchillas ihr Fell durch regelmäßige „Bäder“ in feinem Sand. Nur so bleibt die schützende Isolierschicht des seidenweichen Fells erhalten. Ein tägliches Sandbad, zum Beispiel in Chinchilla Sandy special von Vitakraft, ist daher unentbehrlich für Gesundheit, Schönheit und Lebensfreude des Chinchillas.

So verlockend das weiche Fell auch sein mag: Häufiges Streicheln empfindet das Chinchilla als unangenehm, weil das natürliche Handfett am Fell kleben bleibt.

Zähne

Die Nagezähne des Chinchillas wachsen ständig nach. Für den notwendigen Abrieb braucht das Tier daher immer etwas Hartes zum Knabbern und Nagen, z.B. Kräcker® oder Zweige von ungespritzten Obstbäumen. Auch Heu erfüllt eine wichtige Funktion bei der Zahnpflege, da es lange gekaut werden muss. Bei Problemen mit den Zähnen muss unbedingt der Tierarzt aufgesucht werden.

Das Chinchillaheim

Chinchillas sind von Natur aus bewegungs- und springfreudige Tiere. Das Nagerheim sollte viel Platz zum Herumtoben bieten und auch möglichst hoch sein. Geeignet ist zum Beispiel eine Flugvoliere für Kleinvögel, in die man in unterschiedlichen Höhen Sitzbretter einsetzt. Achten Sie aber beim Kauf darauf, dass die Türen groß genug sind.

Ausstattung des Chinchillaheims

Kletter- und Spielmöglichkeiten gehören in jedes Chinchillaheim. Die Gitterstäbe des Heims müssen stabil sein, damit das Chinchilla sie nicht durchnagen kann. Lackierte oder mit Kunststoff überzogene Gitter können dem Tier schaden.

Standort des Chinchillaheims 

Chinchillas schlafen am Tage und brauchen deshalb einen ruhigen Platz. Eine helle, abgeschirmte Ecke des Zimmers ist ideal. Am besten stellt man das Heim etwa in Brusthöhe auf, damit das Tier nicht durch von oben kommende Bewegungen erschreckt wird. Der Platz sollte nicht zu warm sein; die ideale Raumtemperatur beträgt etwa 18°C. Auch im Sommer sollte die Temperatur nicht dauerhaft über 25°C liegen. Chinchillas vertragen weder Zugluft noch pralles Sonnenlicht.

Reinigung des Chinchillaheims

Alle Pflegemaßnahmen sollten abends stattfinden, wenn das Chinchilla „aufgestanden“ ist. Mehrmals wöchentlich werden verschmutztes Heu sowie feuchte Einstreu (auch aus dem Schlafhäuschen) entfernt und erneuert.
Einmal pro Woche ist Großreinemachen angesagt: Dann müssen Trinkflasche, Futternäpfe und Sandbadewanne gründlich ausgewaschen, der Käfigboden mit heißem Wasser gereinigt und die Einstreu komplett erneuert werden. Einmal im Monat werden darüber hinaus die Kletteräste mit heißem Wasser abgewaschen und anschließend gut getrocknet. Bitte nie scharfen Haushaltsreiniger verwenden!

Artgerechte Haltung

Sein Zuhause möchte das Chinchilla am liebsten mit einem Artgenossen teilen. Einzelhaltung ist nicht artgerecht, denn auch in seinem natürlichen Lebensraum lebt es zusammen mit mehreren Tieren in einer Kolonie. Ein Pärchen oder zwei Weibchen, die miteinander aufgewachsen sind, vertragen sich besonders gut. Oft verstehen sich auch zwei Männchen – solange sie nicht um die Gunst eines Weibchens konkurrieren.
Einander fremde Tiere müssen sehr behutsam aneinander gewöhnt werden. Bei Pärchenhaltung mit einem unkastrierten Männchen muss natürlich mit Nachwuchs gerechnet werden.

Ernährung

Grundlagen der artgerechten Ernährung

Chinchillas sind an das natürliche Nahrungsangebot ihrer Heimat – den südamerikanischen Anden – angepasst. Dabei handelt es sich vor allem um nährstoffarme und ballaststoffreiche Pflanzenkost, Pflanzen, Gräser, Wurzeln, Rinde und vereinzelt auch trockene Beeren und Früchte.
Chinchillas sind also reine Pflanzenfresser, die auch in der Heimtierhaltung ein Futter mit hohem Rohfaseranteil benötigen. Heu und spezielles Hauptfutter, z.B. pelletiertes Grünfutter wie die Vitakraft Chinchilla Pellets, erfüllen diese Ansprüche. Eine ideale Ergänzung sind getrocknete Kräuter und ein Mineralstein. Chinchillas sind leidenschaftliche und leistungsstarke Nager, daher sollte immer ein Kräcker® im Chinchillaheim vorhanden sein. Auch frische Zweige von Obstbäumen werden gerne benagt.

Futterarten

Hauptfutter:
Ein Hauptfutter, wie beispielsweise Chinchilla Pellets oder VITA® Special, deckt den Grundbedarf der Chinchillas an Nährstoffen

Raufutter: 
Raufutter besitzt einen hohen Anteil an Faserstoffen, die wichtig für die Verdauung der Chinchillas sind. Da diese Faserstoffe auch langes Kauen erfordern, werden zugleich die Zähne gepflegt und die Tiere beschäftigt. Zum Raufutter gehören beispielsweise VitaVerde® Alpen-Wiesenheu, VitaVerde® Heumischungen z.B. mit Löwenzahn oder auch der Natur Snack Emotion® Pure Nature Herbal

Kräcker®: 
Die leckeren Knabberstangen erfüllen gleich mehrere Funktionen: Die Tiere müssen sich ihr Futter wie in der Natur erarbeiten. Das ist gut gegen Langeweile und beschäftigt die Chinchillas ganz artgerecht. Das Beknabbern der harten Kräcker® fördert zudem den Abrieb der ständig nachwachsenden Zähne und unterstützt so deren Pflege 

Leckereien:
Leckere Snacks mit viel Gemüse und Früchten wie z.B. VitaVerde® Nature Mix / Löwenzahn & Apfel bieten den kleinen Nagern Abwechslung und dienen auch  der Belohnung. Sie können eine wertvolle Hilfe bei der Zähmung und Gewöhnung sein

Nahrungsergänzung: 
Ergänzungsfuttermittel dienen der Stärkung und dem Aufbau, wie VITA Fit® Nager-WohlVITA Fit® Nager-Elixier und VITA-bon® Vitality. Sie decken den besonderen Bedarf in bestimmten Lebenssituationen, z.B. im Wachstum, nach Krankheit, bei besonders aktiven Tieren, während der Trächtigkeit usw.

Tipps zur Fütterung

  • Fütterungszeit ist stets abends
  • Heu sollte zu jeder Zeit bereitstehen
  • Beim Hauptfutter die Fütterungsmenge beachten
  • Täglich frisches Trinkwasser oder Vitakraft Nager-Trank
  • Ständig Nagematerial für den Abrieb der Nagezähne zur Verfügung stellen, beispielsweise Naturäste und Kräcker®
  • Leckerbissen am besten beim Auslauf und während der Beschäftigung mit dem Tier füttern
  • Für die zusätzliche Versorgung mit Mineralstoffen und Vitaminen VITA Fit® Calci fit geben
  • Frisches Obst, Nüsse oder Grünfutter nur in geringen Mengen anbieten

Verhalten & Eingewöhnung

Ein Chinchilla wird bei liebevollem Umgang meist recht schnell handzahm und lernt oft, auf seinen Namen zu reagieren. Besonders für Berufstätige sind Chinchillas die idealen Heimtiere, denn sie sind dämmerungsaktiv und werden erst am frühen Abend munter. Dann zeigen die quicklebendigen Nager ihre erstaunlichen akrobatischen Fähigkeiten: Gewagte Kletterkunststücke und meterhohe Sprünge aus dem Stand sind für sie ein „Kinderspiel“. Wichtig: Am Tage hat das Chinchilla seine natürliche Ruhezeit und darf nicht gestört werden!

Das neue Zuhause

Manche Chinchillas haben sich schon nach ein paar Tagen eingelebt, andere brauchen ein wenig mehr Zeit. Auf jeden Fall sollte man dem neuen Mitbewohner besonders viel Ruhe gönnen, damit er zu seiner neuen Umgebung Vertrauen fassen kann. Chinchillas sind übrigens von Natur aus kleine „Sensibelchen“: Lärm, unbekannte Personen oder hektische Bewegungen können es erschrecken oder Stress auslösen – auch wenn man es dem Chinchilla nicht gleich anmerkt.

So wird das Chinchilla zahm

Wenn das Chinchilla sich in seinem neuen Zuhause eingelebt hat, beginnt man mit der „näheren Kontaktaufnahme“. Jeden Abend reicht man beispielsweise einen Leckerbissen durch das Gitter und spricht dabei lockend mit dem Tier. Begehrt ist z.B. ein Kräcker® oder auch mal eine halbe Haselnuss.
Erst wenn sich das Chinchilla an diese Art der Fütterung gewöhnt hat, wird der Vorgang durch die geöffnete Tür wiederholt. Zeigt das Chinchilla keine Scheu mehr vor der Hand und kommt von sich aus neugierig immer näher, kann man es vorsichtig berühren.
Mit dem Hochheben des Chinchillas sollte man auf jeden Fall solange warten, bis das Tier sich ganz ohne Angst berühren lässt – denn dies erfordert sowohl Vertrauen vom Chinchilla als auch Übung und Einfühlungsvermögen vom Halter. Zunächst schiebt man vorsichtig eine Hand unter das Chinchilla. Mit der anderen Hand hält man das Tier am Schwanzansatz fest, damit es nicht weg springt. Wichtig: Das Schwänzchen des Chinchillas ist sehr empfindlich. Deshalb auf keinen Fall am Schwanzende greifen oder festhalten. Auch der so genannte Nackengriff ist für Chinchillas völlig ungeeignet, denn das Tier würde dort sofort das Fell verlieren.

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